Berlin war Ende des 17. Jahrhunderts keene Schönheit. Mehr Baustelle als Hauptstadt, mehr Wind als Komfort. Und trotzdem standen sie plötzlich da: französische Familien, mit Koffern, Kindern und diesem Blick, den Menschen haben, die schon zu viel verloren haben, um noch überrascht zu sein. Die Hugenotten waren geflohen. Nicht aus Jux und Dollerei, sondern weil man ihnen in der alten …
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Der Platz vor dem Brandenburger Tor war voller fremder Stimmen. Französisch klang jetzt alltäglich in Berlin, fast so alltäglich wie das Knirschen der Stiefel auf dem Sand. Die Zelte der Besatzer standen ordentlich in Reih und Glied, als wollten sie beweisen, dass auch eine Fremdherrschaft geschniegelt auftreten konnte. An einem der Zelte hing ein Schild: „Visitez ma tente“. Sauber gemalt, …
👶 Kaiserreich (ca. 1895–1918) Kindheit und frühe Prägung Willi Krause wächst im alten Berlin auf.Die Stadt ist eng, kalt und arbeitsam. Ordnung ist wichtig, Gefühle weniger. In der Werkstatt des Vaters lernt Willi früh, dass Arbeit Sicherheit gibt und Essen vor allem satt machen muss. Typische Themen dieser Zeit: 🧢 Weimarer Republik (1919–1933) Überleben, Anpassen, Weitermachen Willi ist nun erwachsen. …
Willi Krause erinnerte sich an das Kaiserreich nicht als große Zeit.Eher als kalte. Er war ein Kind, als der Kaiser noch regierte, aber in seiner Erinnerung trug der Mann keinen Bart und keine Uniform. Er trug Arbeitsschuhe. Meistens die seines Vaters, die morgens schwer auf dem Hof klangen. Ein Geräusch, das sagte: Der Tag fängt an. Ob du willst oder …
Nach dem Krieg stand Willi oft an Buden. Nicht aus Lust. Aus Hunger.Berlin war kaputt, aber irgendwer hatte immer eine Idee. Und manchmal auch Wurst. Die erste Currywurst, die Willi aß, war kein Erlebnis. Sie war warm. Mehr musste sie nicht sein. Ketchup drauf, irgendwat Gelbes drüber, fertig. Er stellte keine Fragen. Man stellte damals sowieso keine. Man stand nebeneinander, …




